Die Gemeindebriefe werden hier nach und nach als PDF-Dateien zur Verfügung gestellt.
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Hier auch der Gemeindebericht 2009:
Jahresbericht 2009 .
Jahresbericht2009.pdf (77.29kb)
Veröffentlicht am 10.06.2010
Die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen, von vielen kurz “Deutsche Gemeinde” genannt, gibt es seit 1909. Sie hat heute ca. 570 Mitglieder und die gleiche Anzahl an Menschen, die an der Gemeinde interessiert sind. Der Pfarrbezirk umfasst das Königreich Norwegen mit Sitz und Arbeitsschwerpunkt in Oslo. Auch in anderen Städten gibt es Gemeindegruppen oder Kontaktpersonen: in Bergen, Drammen, Fredrikstad, Kristiansand, Stavanger und Trondheim. Nach Absprache reisen die Pfarrer dorthin, um Gottesdienste zu feiern oder andere Gemeindeveranstaltungen mit durchzuführen.
Unsere Gemeinde ist Treffpunkt für Menschen ganz unterschiedlicher Nationalität, Konfession und Frömmigkeit. Wir wollen gemeinsam als Volk Gottes unterwegs sein, Gemeinschaft erfahren und uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen. Gegenseitige Anerkennung und Achtung bilden ein Merkmal der Gemeinde.
Die meisten Mitglieder und Freunde der Gemeinde sind Deutsche. Doch auch Norweger, Schweizer, Niederländer, Österreicher finden den Weg zu uns. Viele von ihnen leben schon lange hier in Norwegen. Andere kommen nur für einige Jahre nach Norwegen. Z.B. als Studenten oder Au-pairs, Lehrer oder Erzieherinnen, Ärzte oder Angehörige einer Firma oder der Deutschen Botschaft.
Die Muttersprache im Ausland zu hören, ist für viele Menschen wohltuend. Eine fremde Sprache bleibt immer eine Fremdsprache, so perfekt man sie auch beherrscht. Die Muttersprache spricht Menschen in anderer Weise an. Gerade sehr persönliche Dinge, Lebens- und Glaubensfragen, lassen sich leichter in der Muttersprache formulieren. So zählt es zu unseren Aufgaben, Menschen in Lebensfragen und Glaubensdingen in ihrer Muttersprache zu begleiten, Gottes Wort zu verkündigen und so ein Stück “Heimat” zu bieten.
Im Mittelpunkt des Gemeindelebens stehen die Gottesdienste. Sie finden in der Regel jeden 2. Sonntag statt und enden mit einem gemeinsamen “Kirchkaffee”. Hier besteht Gelegenheit zum gemütlichen Austausch und gegenseitigen Kennenlernen bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Saft. Manchmal haben wir Taufen, Trauungen, und Beerdigungen und jährlich eine Konfirmation.
Gruppenangebote für unterschiedliche Altersgruppen, kulturelle Angebote, Religionsunterricht an der Deutschen Schule in Oslo, telefonische und schriftliche Anfragen von Norwegern und Deutschen unterschiedlichster Art und vieles andere mehr prägen unseren Gemeindealltag.
Das Leitungsorgan der Gemeinde ist der Gemeindekirchenrat. Er besteht zur Zeit aus 7 ehrenamtlichen Gemeindekirchenräten und dem Pfarrer. Die Gemeinde finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse der Evangelischen Kirche in Deutschland. Darüber hinaus erhält sie für ihre eingeschriebenen Mitglieder, die nicht gleichzeitig der norwegischen Staatskirche angehören, einen Pro-Kopf-Betrag von Kommune und Staat.
Nach außen ist die Gemeinde eingebettet in den großen ökumenischen Zusammenhang. Zu den norwegischen Nachbargemeinden gibt es gute Kontakte. Gelegentlich trifft man sich zu gemeinsamen Veranstaltungen. Die Gemeinde ist auch Mitglied “lokal” im Oslo Kristne RÃ¥d und “national” im Norges Kristne RÃ¥d, zwei ökumenische Zusammenschlüsse der wichtigsten in Norwegen vertretenen Kirchen und christlichen Gruppen.
Unsere Gemeinde gehört zu den etwa 140 deutschsprachigen evangelischen Auslandsgemeinden in der ganzen Welt, die per Vertrag mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbunden sind. Die Pfarrer/innen werden von den Gemeinden selbst gewählt und von der EKD in der Regel für 6 Jahre dorthin entsandt.
Links zu den anderen Auslandsgemeinden findet man unter www.ekd.de
Und hier auch der Gemeindebericht 2009:
Jahresbericht 2009 .
Jahresbericht2009.pdf (77.29kb)
Veröffentlicht am 19.03.2010
Medarbeidere
Det finnes en rad mennesker som er deltidsansatte i menigheten og er prestens direkte medarbeidere.
Tel. 22 44 16 43
Email: Kontakt
Anke treffes vanligvis mandag og onsdag 9-15 i menighetskontoret.
(OBS! NÃ¥r du ringer utenfor kontortidene settes samtalet automatisk over til presteleiligheten! Hvis det unntaksvis heller ikke treffes noen der svarer det en automatisk telefonsvarer etter en rad ubesvarte signaltoner)
Eilert Sundts gate 37,
0259 Oslo
Tel. 22 44 84 08
EMail: Kontakt
mobil. 90 50 10 40
EMail: Kontakt
Veröffentlicht am 18.12.2009
Gemeinsam mit dem Pfarrer arbeiten in der Gemeinde in Teilzeit:
Tel. 22 44 16 43
Email: Kontakt
Anke Fleischer ist normalerweise montags und mittwochs 9-15 Uhr im Büro zu erreichen. Außerhalb ihrer Dienstzeiten geht das Gespräch gleich in die Pfarrwohnung bzw. ist bei Abwesenheit des Pfarrers ein Anrufbeantworter geschaltet.
Eilert Sundts gate 37,
0259 Oslo
Tel. 22 44 84 08
EMail: Kontakt
mobil. 90 50 10 40
EMail: Kontakt
Veröffentlicht am 18.12.2009
Datterforsamlinger utenfor Hovedstaden
I noen byer i Norge finnes det datterforsamlinger som organiserer tyskspråklige menighetsevenementer. I Trondheim tilbys det f eks omtrent fem tyskspråklige Gudstjenester om året. Pastoren fra Oslo forretter ved et slik tilfelle mens de øvrige messer forrettes på oppdrag av vår menighet av Jörg Kunzendorf, en prest fra Tyskland som er bosatt i Trondheim. Ved siden av disse Gudstjenester anordnes det julebordsmøte og sommerfest.
I Fredrikstad, Kristiansand og Stavanger har vi hvert år i adventstiden et økumenisk familiegudstjenste, der det til dels til og med opptrer en Nikolaus som ellers er en ukjent værelse i Norge.
NÃ¥r det anordnes tysksprÃ¥klige gudstjenester utenfor hovedstaden samarbeider menigheten med de lokale datterforsamlinger og ev. tysksprÃ¥klige foreninger og tysk – norske selskaper.
I de følgende byene treffes det kontaktpersoner som gjerne er behjelpelig med videregående informasjon:
i Fredrikstad
Matthias Becker, Tel. 69 31 54 17
i Drammen
Hans Herrmann Hagemann, Tel. 33 77 55 38
i Kristiansand
Petra Roszinski, Tel. 38 16 89 44
i Stavanger
Monika Koppe, Tel. 40 49 35 41
i Bergen
Gudrun Cassel Noven, Tel. 55 28 83 35
Dorothee Lang-Valde, Tel. 55 13 22 98
Tromsfylke
Stefan Kemper-Kohlhase, Tel. 77524735
i Trondheim
Christian und Gudrun Rülcker, Tel. 73 97 97 70
Pfarrer Jörg Kunzendorf, Tel. 73 97 97 70
Veröffentlicht am 18.12.2009
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Der Gemeindekirchenrat bei einer seiner monatlichen Sitzungen. Hier werden alle Fragen der Gemeindeleitung diskutiert und entschieden. |
Dem Gemeindekirchenrat gehören derzeit an:
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Friedbert Baur (Vorsitzender)Pfarrer Kontakt per EMail 22 44 16 43 |
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Hiltrud Hemmersbach (2. Vorsitzende)Übersetzerin Kontakt per EMail 67 07 95 44 (privat) |
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Annette NeuhauserErzieherin Kontakt per EMail 48 10 73 06 (privat) |
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Frank ProskeMathematiker Kontakt per EMail 22 22 00 03 (privat) |
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Tabea GlaßBibliothekarin |
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Christian Dubrau (Schatzmeister)Revisor Kontakt per EMail |
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Johannes Helm (Baubeauftragter)Physiker Kontakt per EMail 22851159 (Kontor), 22851499 (Faks) |
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Katharina SolbrigMaskenbildnerin Kontakt per EMail |
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Carsten WiecekGeograph und syklist Kontakt per EMail |
Veröffentlicht am 18.12.2009
Hier vor der aktuellen Version die geänderte Fassung (als Datei), über die bei der nächsten Gemeindeversammlung am 21. März 2010 diskutiert und abgestimmt werden soll. Die Änderungen sind z.T. nur einfache Korrekturen und Angleichungen. Gemeindeordnungstand091109.pdf
(50.60kb)
Die Gemeindeordnung der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen
2. Das Gebiet der Gemeinde und das Verhältnis der Gemeinde zu anderen Kirchen
Die Deutsche Evangelische Gemeinde in Norwegen wurde am 22. November 1908 gegründet. Die Gemeinde, die zunächst der Preussischen Landeskirche der älteren Provinzen, später dem Deutschen Evangelischen Kirchenbund angeschlossen war, steht nach Herkunft und Sprache in einem kirchlichen Zusammenhang mit der evangelischen Christenheit in Deutschland.
1.1.
Die evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen ist gegründet auf das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Schrift offenbart ist und in den Bekenntnissen der alten Kirche bezeugt wird. Die Barmer Theologische Erklärung sehen wir als zutreffende theologische Auslegung unseres Glaubens an.
1.2.
Ihre Aufgabe ist es, die Botschaft des Evangeliums (den gekreuzigten und auferstandenen Christus als das Haupt der Kirche und den Herrn der Welt) in Gottesdienst, Seelsorge, Unterricht und Diakonie nach innen und nach aussen zu bezeugen.
2.1.
Das Gebiet der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache umfasst ganz Norwegen.
2.1.1.
Gebietsveränderungen werden in Absprache mit dem Kirchenamt der EKD vorgenommen.
2.1.2.
Die Gemeinde ist nach dem norwegischen Gesetz “Lov om trudomssamfund og ymist anna” vom 13. Juni 1969 als unregistrierte Glaubensgemeinschaft (uregistrert trossamfunn) anerkannt.
2.2.
Der Hauptsitz der Gemeinde ist Oslo.
2.2.1
Aussengemeinden können überall dort gebildet werden, wo mindestens 25 Gemeindeglieder dieses wünschen.
2.3.
Die Gemeinde ist um ein brüderliches Verhältnis zu anderen Kirchen bemüht, insbesondere zu der norwegischen Staatskirche.
2.4.
Sie tritt für die ökumenische Gemeinschaft der Christen in aller Welt ein.
2.5.
Die Beziehungen zwischen der Gemeinde und der Evangelischen Kirche in Deutschland sind durch den Vertrag vom 21.3.1958 geregelt.
3.1.
Mitglieder der Gemeinde sind alle in Norwegen wohnhaften, getauften, evangelischen Christen, die sich auf schriftlichen Antrag (oder bei Minderjährigen auf Antrag der Erziehungsberechtigten) in das vom Gemeindekirchenrat geführte Mitgliedsbuch eintragen lassen.
3.2.
Die Mitgliedschaft derjenigen Gemeindemitglieder, die zur Zeit der Annahme dieser Gemeindeordnung in dem Mitgliederbuch der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache verzeichnet sind, besteht fort.
3.3.
Mit seiner Beitrittserklärung erkennt das Gemeindemitglied die Gemeindeordnung an und verpflichtet sich, nach seinen Kräften der Gemeinde bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu helfen.
3.3.1.
Jedes Gemeindeglied zahlt einen Mitgliedsbeitrag. Über die Mindesthöhe und die Zahlungsmodalitäten entscheidet der Gemeindekirchenrat.
Dazu hat der Gemeindekirchenrat am 30.01.2002 beschlossen: “Der GKR setzt einen Mindestjahresbeitrag von 1200 NOK pro Haushalt fest. Auszubildende, Student/innen etc. sowie Bedürftige sind vom Mitgliedsbeitrag befreit.”
3.4.
Ein Gemeindeglied scheidet aus der Gemeinde aus:
3.4.1.
durch Wegzug aus dem Gemeindegebiet, der dem Pfarramt mitgeteilt werden soll;
3.4.2.
durch eine schriftliche Willenserklärung;
3.4.3.
durch Ausschluss.
3.4.3.1.
Der Abschluss kann aufgrund eines Beschlusses des Gemeindekirchenrates erfolgen. Dieser ist dem Betroffenen vom Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates schriftlich mitzuteilen;
3.4.3.2.
der Ausschluss ist nur dann gerechtfertigt, wenn das Gemeindemitglied seine mit der Beitrittserklärung übernommenen Pflichten und Aufgaben bewusst nicht erfüllt.
3.4.3.3.
Vor einem solchen Beschluss soll dem Betroffenen eine Aussprache mit Mitgliedern des Gemeindekirchenrates angeboten werden.
3.4.3.4.
Gegen einen solchen Beschluss kann der Betroffene innerhalb eines Kalendermonats nach Erhalt der schriftlichen Mitteilung Einspruch erheben. Hält der Gemeindekirchenrat trotz des Einspruchs an seinem Beschluss fest, so entscheidet die Gemeindeversammlung endgültig. Bis dahin ruht die Mitgliedschaft.
4.1.
Die Organe der Gemeinde sind die Gemeindeversammlung, die Synode und der Gemeindekirchenrat.
4.2.
Die Gemeindeversammlung
4.2.1.
Die Gemeindeversammlung besteht aus allen stimmberechtigten Mitgliedern der Gemeinde.
4.2.1.1.
Stimmberechtigt ist jedes Gemeindemitglied, das das 16. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens 3 Monaten der Gemeinde angehört.
4.2.
Eine ordentliche Gemeindeversammlung findet einmal im Jahr statt. Sie wird in Übereinstimmung mit dem Gemeindekirchenrat und dessen Vorsitzenden einberufen.
4.2.3.
Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ist vom Vorsitzenden einzuberufen auf Beschluss des Gemeindekirchenrats oder auf schriftlichen Antrag von mindestens 10 Gemeindegliedern.
4.2.4.
Den Vorsitz der Gemeindeversammlung führt der Vorsitzende des Gemeindekirchenrats oder sein Stellvertreter.
4.2.5.
Die Gemeindemitglieder werden mindestens drei Wochen vorher unter Angabe der wesentlichen Tagesordnungspunkte schriftlich zur Gemeindeversammlung eingeladen, gegebenenfalls durch den Gemeindebrief. Diese Einladung wird, wenn möglich, bei den Veranstaltungen der Gemeinde wiederholt.
4.2.6.
Die Gemeindeversammlung ist beschlussfähig, wenn nach ordnungsgemässer Einladung mindestens 25 Gemeindemitglieder erschienen sind.
4.2.6.1.
Ist eine Gemeindeversammlung nicht beschlussfähig, so ist eine zweite ordnungsgemäss einzuberufen. Diese ist dann beschlussfähig ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen.
4.2.7.
Äussert sich ein Gemeindemitglied schriftlich zu einem oder mehreren Tagesordnungespunkten, so ist diese Äusserung der Gemeindeversammlung bekannt zu geben.
4.2.8.
Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Bei Wahlen entscheidet bei Stimmgleichheit das Los.
4.2.9.
Beschlüsse werden in offener Abstimmung gefasst. Geheime Abstimmung wird vorgenommen, wenn ein Zehntel der anwesenden Stimmberechtigen den Antrag dazu stellen.
4.2.9.1.
Nach Ernennung von Wahlhelfern durch den Vorsitzenden der Versammlung werden die Wahlen geheim durchgeführt. Die Wahlhelfer verlieren durch diese Ernennung ihr Stimmrecht nicht.
4.2.10.
Aufgaben der Gemeindeversammlung.
4.2.10.1
Die Gemeindeversammlung nimmt den Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht des Gemeindekirchenrats entgegen und bespricht ihn.
4.2.10.2.
Sie nimmt den Bericht des Rechnungsprüfers über die Jahresabrechnung entgegen und erteilt gegebenenfalls dem Gemeindekirchenrat Entlastung. Sie wählt den Rechnungsprüfer und seinen Stellvertreter für das kommende Jahr.
4.2.10.3.
Bei einer Neubesetzung der Pfarrstelle wählt sie den Pfarrer unter den vorgeschlagenen Kandidaten aus.
4.2.10.4.
Sie wählt die Mitglieder des Gemeindekirchenrats und bestätigt die zwischenzeitlich durch den Gemeindekirchenrat Berufenen.
4.2.10.5.
Sie berät über die ihr vorgelegten Anträge.
4.2.10.6.
Anträge können gestellt werden: – vom Gemeindekirchenrat – von der Synode – von jedem stimmberechtigten Gemeindemitglied über den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates – aus der Mitte der Gemeindeversammlung.
4.2.10.7.
Sie entscheidet endgültig über den Ausschluss eines Gemeindemitgliedes.
4.2.10.8.
Sie beschliesst mit 2/3 Mehrheit der abgegebenen Stimmen über die Annahme, Änderung oder Aufhebung der Gemeindeordnung.
4.2.11.
Über die Verhandlungen fertigt ein Gemeindemitglied ein Protokoll an, das von ihm und dem Vorsitzenden zu unterzeichnen ist. Es wird im Gemeindebrief für alle Gemeindemitglieder veröffentlicht.
4.2.11.1.
Werden innerhalb von 14 Tagen nach Veröffentlichung keine schrifftlichen Beanstandungen beim Vorsitzenden der Gemeindeversammlung erhoben, so gilt das Protokoll als genehmigt.
Über Einsprüche entscheidet der Gemeindekirchenrat auf seiner nächsten Sitzung.
4.3.
Die Synode
4.3.1.
Die Synode ist die Versammlung der Sprecher der Aussengemeinden und der Mitglieder des Gemeindekirchenrates in Oslo.
4.3.2.
Sie trifft sich in der Regel jährlich /mindestens jedes zweite Jahr.
4.3.3.
Sie berät über die Gesamtgemeinde betreffenden Fragen und kann Anträge an die Gemeindeversammlung stellen.
4.4.
Der Gemeindekirchenrat
4.4.1.
Er besteht in der Regel aus 6 gewählten Mitgliedern aus dem Grossraum Oslo und dem Pastor der Gemeinde.
4.4.2.
Die Mitglieder des Gemeindekirchenrates müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben, mindestens ein Jahr im Bereich der Gemeinde gewohnt haben und am Gemeindeleben teilnehmen.
4.4.2.1.
Die Mitglieder des Gemeindekirchenrates werden in der Gemeindeversammlung gewählt. Briefwahl ist möglich.
4.4.2.2.
Der Gemeindekirchenrat ruft im Gemeindebrief rechtzeitig zu den Wahlen auf. Kandidaten können von jedem Gemeindemitglied dem Gemeindekirchenrat vorgeschlagen werden. Dieser holt das Einverständnis für die Kandidatur ein. Die Kandidaturen werden im Gemeindebrief veröffentlicht. Dort wird auch der Briefwahltermin genannt.
4.4.2.3.
Gewählt sind die Kandidaten, die die meisten der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
4.4.2.4.
Jeder Gewählte muss auf Befragen erklären, ob er die Wahl annimmt.
4.4.3.
Die Mitglieder des Gemeindekirchenrates werden jeweils auf 4 Jahre gewählt. Alle zwei Jahre scheidet über die Hälfte aus. Wiederwahl ist zulässig.
4.4.3.1.
Scheidet ein Mitglied des Gemeindekirchenrates innerhalb der Wahlperiode aus, können die anderen Mitglieder ein weiteres hinzuwählen. Die Zuwahl wird im Gemeindebrief bekanntgegeben und ist von der nächsten Gemeindeversammlung zu bestätigen.
4.4.3.2.
Zusätzlich zu den 6 gewählten Mitgliedern kann der Gemeindekirchenrat aus der Gruppe der vorübergehend im Land ansässigen Gemeindeglieder ein Mitglied in den Gemeindekirchenrat berufen.
4.4.3.3.
Vikare nehmen an den Sitzungen teil, sind aber nicht stimmberechtigt.
4.4.4.
Die Mitglieder des Gemeindekirchenrats werden in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.
4.4.4.1.
Der Gemeindekirchenrat wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden, dessen Stellvertreter, den Schriftführer und den Schatzmeister. Der Pfarrer sollte nicht zum Vorsitzenden gewählt werden.
4.4.4.2.
Der Gemeindekirchenrat tritt nach Möglichkeit einmal im Monat zu einer Sitzung zusammen, an der alle Gemeindemitglieder als Zuhörer teilnehmen können. Nichtöffentlichkeit kann vom Gemeindekirchenrat beschlossen werden. Zu den Sitzungen werden die Mitglieder des Gemeindekirchenrats schriftlich vom Vorsitzenden durch Übersendung der Tagesordnung eingeladen.
Ort, Zeit und wesentliche Punkte der Tagesordnung sollen in angemessener Weise der Gemeinde bekannt gegeben werden.
4.4.4.3.
Sondersitzungen sind vom Vorsitzenden einzuberufen:
1. wenn mindestrens drei Mitglieder dies beantragen,
2. wenn ein ausserordentlicher Anlass vorliegt.
4.4.4.4.
Vor jeder Gemeindeversammlung tritt der Gemeindekirchenrat zu einer vorbereitenden Sitzung zusammen.
4.4.5.
Aufgaben des Gemeindekirchenrates sind:
1.
alle der Gemeinde aufgetragenen Aufgaben unter Wahrung der Gemeindeordnung und unter Beachtung der Beschlüsse der Gemeindeversammlung zu fördern;
2.
über die rechte Verkündigung des Wortes Gottes und die rechte Verwaltung der Sakramente zu wachen;
3.
über die Ordnungen für den Gottesdienst und das Gemeindeleben zu beschliessen und darüber zu wachen, dass sie beachtet werden;
4.
Zahl, Ort und Zeit der Gottesdienste und der Gemeindeveranstaltungen festzusetzen und nach Möglichkeit die Verantwortlichen dabei zu unterstützen;
5.
für die christliche Unterweisung in der Gemeinde Sorge zu tragen und die Entscheidung über die Zulassung der Konfirmation zu treffen;
6.
dafür zu sorgen, dass die Gemeide Bedürftigen hilft;
7.
die für den Dienst in der Gemeinde erforderlichen Kräfte zu bestellen und ihre Dienstverhältnisse zu regeln;
8.
im Falle der Verhinderung des Pfarrers die erforderlichen Massnahmen zur Abhaltung der Gemeindeveranstaltungen und zur Regelung der pfarramtlichen Verpflichtungen zu treffen;
9.
über die Eintragung der Gemeindemitglieder in das Mitgliederbuch zu befinden und über einen eventuellen Ausschluss zu beschliessen;
10.
die Synode und die Gemeindeversammlung vorzubereiten und die Tagesordnung festzusetzen;
11.
die Verwaltung der Gemeinde wahrzunehmen und sie gerichtlich sowie aussergerichtlich zu vertreten; schriftliche Vereinbarungen und Urkunden, welche die Gemeinde Dritten gegenüber rechtsverbindlich verpflichten sollen, müssen unterschrieben werden vom Vorsitzenden des Gemeindekirchenrats, bzw. im Falle seiner Verhinderung von seinem Stellvertreter, und einem weiteren Mitglied des Gemeindekirchenrates. Zusätzlich sind sie mit dem Siegel der Gemeinde zu versehen;
12.
über die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen Norwegens soweit sie die Gemeinde betreffen, zu wachen;
13.
den jährlichen Haushaltsplan der Gemeinde aufzustellen und durch Beschluss festzusetzen;
14.
das Vermögen der Gemeinde zu verwalten, das Kollektenwesen und die Zahlungen der Gemeindebeiträge zu regeln;
15.
zwischen dem gewählten Pfarrer und der Gemeinde eine Dienstvereinbarung abzuschliessen.
4.4.6.
Der Gemeindekirchenrat ist beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte seiner gewählten Mitglieder anwesend sind.
4.4.6.1.
Beschlüsse bedürfen eines Antrags. Sie werden mit einfacher Mehrheit gefasst. Bei Stimmgleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.
4.4.6.2.
Auf Antrag eines Mitglieds muss geheim abgestimmt werden.
4.4.7.
Die Mitglieder des Gemeindekirchenrates sind verpflichtet, über alle ihrem Wesen nach vertraulichen oder ausdrücklich als vertraulich bezeichneten Gegenstände der Sitzung dauernde Verschwiegenheit zu bewahren.
4.4.8.
Der Schriftführer führt jede Sitzung zu Protokoll, das nach der Unterschrift durch den Schriftführer und den Vorsitzenden in der Gemeinde archiviert wird und allen Mitgliedern in Abschrift zu übergeben ist.
5.1.
Ausserhalb Oslos können sich Gemeindemitglieder auf der Grundlage dieser Ordnung zusammenschliessen und sich je nach Situation mehr oder weniger selbständig entfalten. Auf eigenen Wunsch werden sie vom Pfarrer seelsorgerlich betreut – z.B. durch Gottesdienste, Amtshandlungen, Beratungen -, soweit dies zu ermöglichen ist.
5.2.
Wenn eine Gemeindegruppe an einem Ort oder in einer Region mehr als 25 Mitglieder zählt, kann sie sich im Einvernehmen mit dem Gemeindekirchenrat in Oslo zur Aussengemeinde erklären.
5.2.1.
Sie erwirbt sich dadurch folgende Rechte;
1. Selbstverwaltung der Kollekten und Zuschüsse der Kommune;
2. Entsendung eines Vertreters zur Synode, für je 25 Gemeindemitglieder, einen Vertreter.
5.2.2.
Die Aussengemeinde nennt sich: “Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen -.............(Ortsname)”.
5.2.3.
In der Aussengemeinde findet mindestens einmal im Jahr eine Gemeindeversammlung statt.
5.2.4.
Voraussetzung für die Selbstverwaltung des Eigenaufkommens ist, dass eine ordentliche Kassenführung und -prüfung nachgewiesen wird.
Kassenführer und -prüfer werden auf der Gemeindeversammlung für jeweils ein Jahr ernannt.
Kassenbericht und Prüfungsbericht werden der Gemeindeversammlung am Ort zur Genehmigung vorgelegt und dem Gemeindekirchenrat Oslo zur Kenntnis gegeben.
5.3.
Aufgaben der Gemeindeversammlung in einer Aussengemeinde sind:
1. Ernennung von Rechnungsführer und -prüfer für je ein Jahr;
2. Ernennung des Sprechers und seines Stellvertreters, wobei für je 25 Gemeindemitglieder ein Sprecher ernannt wird;
3. Entgegennahme und ggfs. Genehmigung des Kassenberichts und Prüfungsberichts;
4. Besprechung der Verhältnisse in der Aussengemeinde;
5. ggfs. Beschlussfassung über eine eigene Gemeindeordnung, die den Bestimmungen dieser Ordnung nicht widersprechen darf.
5.4.
Aufgaben des Sprechers einer Aussengemeinde sind;
1. Einberufung der Gemeindeversammlung;
2. Führung und gewissenhafte Verwahrung eines Mitgliederverzeichnisses;
3. als Kontaktperson zwischen der Aussengemeinde und Oslo zu wirken;
4. Koordinierung der Vorbereitungen für die Besuche des Pfarrers;
5. Vertretung der Aussengemeinde bei der Synode.
6.1.
Der Pfarrer wird nach seiner Wahl durch die Gemeindeversammlung von der Evangelischen Kirche in Deutschland entsandt.
Er hat seinen Sitz im Raum Oslo.
6.2.
Der Pfarrer hat die Aufgabe in alleiniger Bindung an das Wort Gottes und im Gehorsam gegen den Herrn der Kirche, das Evangelium zu verkündigen und die Sakramente zu verwalten.
6.2.
Zu seinen Aufgaben gehören insbesonders:
1. die Gottesdienste nach der in der Gemeinde üblichen Ordnung zu leiten;
2. den kirchlichen Unterricht zu beaufsichtigen;
3. die Amtshandlungen durchzuführen;
4. die Gemeindeveranstaltungen zu regeln;
5. Seelsorge auszuüben;
6. das Amtssiegel und die Kirchenbücher zu führen;
7. den Gemeindebrief herauszugeben.
6.4.
Über alle Angelegenheiten, die dem Pfarrer in Ausübung seines Dienstes bekannt werden und die ihrer Natur nach oder infolge besonderer Anordnung vertraulich sind, hat der Pfarrer Verschwiegenheit zu wahren, auch wenn sein Dienstverhältnis nicht mehr besteht.
Das Beichtgeheimnis ist unverbrüchlich.
6.5.
Der Pfarrer untersteht der allgemeinen Dienstaufsicht des Kirchenamtes der EKD.
6.6.
Rechte und Pflichten im gegenseitigen Verhältnis zwischen Pfarrer und Gemeinde sind in einer besonderen Dienstvereinbarung schriftlich festzulegen, die der Genehmigung des Kirchenamtes der EKD bedarf.
6.7.
Bei auftretenden Meinungsverschiedenheiten können Gemeindekirchenrat und Pfarrer eine Person ihres Vertrauens um Vermittlung bitten. Sollte es zu keiner Lösung kommen, wird das Kirchenamt der EKD um Vermittlung gebeten. Dessen Entscheidung ist für beide Seiten verbindlich.
7.1.
Die Gemeinde wird aufgelöst, wenn ein selbständiges Leben nicht mehr gewährleistet ist.
7.2.
Das Vermögen der Gemeinde ist in diesem Fall einer vom Kirchenamt der EKD zu benennenden anderen kirchlichen Körperschaft zu übertragen.
7.3.
Diese Gemeindeordnung tritt am Tage der Annahme durch die Gemeideversammlung in Kraft.
7.4.
Die Annahme, Abänderung oder Aufhebung dieser Gemeindeordnung kann nur von der Gemeindeversammlung mit einer 2/3 Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erfolgen.
Oslo, den 14.3.1984
Veröffentlicht am 09.11.2009
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Der Gemeindekirchenrat bei einer seiner monatlichen Sitzungen. Hier werden alle Fragen der Gemeindeleitung diskutiert und entschieden. |
Dem Gemeindekirchenrat gehören derzeit an:
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Friedbert Baur (Vorsitzender)Pfarrer Kontakt per EMail 22 44 16 43 |
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Hiltrud Hemmersbach (2. Vorsitzende)Übersetzerin Kontakt per EMail 67 07 95 44 (privat) |
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Annette NeuhauserErzieherin Kontakt per EMail 48 10 73 06 (privat) |
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Frank ProskeMathematiker Kontakt per EMail 22 22 00 03 (privat) |
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Tabea GlaßBibliothekarin |
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Christian Dubrau (Schatzmeister)Revisor Kontakt per EMail |
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Johannes Helm (Baubeauftragter)Physiker Kontakt per EMail 22851159 (Kontor), 22851499 (Faks) |
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Katharina SolbrigMaskenbildnerin Kontakt per EMail |
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Carsten WiecekGeograph und syklist Kontakt per EMail |
Veröffentlicht am 09.06.2009

Pfarrer Friedbert Baur kommt aus der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und ist seit August 2006 in der deutschsprachigen Gemeinde in Oslo.
Er wurde von der Gemeinde für sechs Jahre gewählt und von der Evangelischen Kirche in Deutschland für diesen Zeitraum entsandt.
Zu den pfarramtlichen Aufgaben gehören neben der ganz normalen Gemeindearbeit auch der Religionsunterricht an der Deutschen Schule, der Besuch von deutschsprachigen Gefangenen in norwegischen Gefängnissen, die Kontaktpflege zu deutschen und norwegischen Institutionen, die Mitarbeit in ökumenischen Gremien und vieles andere mehr.
Veröffentlicht am 03.05.2009
Als am 24. Januar 1909 die neugegründete deutsche Gemeinde in Oslo (damals noch: Kristiania) ihren ersten Gottesdienst feierte, war dies gewissermaßen der Schlusspunkt einer längeren Entwicklung. Deutschsprachige Gottesdienste hatte es in Kristiania seit Mitte des 17. Jahrhunderts sporadisch gegeben: Die Münzprägewerkstatt etwa auf der Festung Akershus beschäftigte deutsche Arbeiter, die zeitweise einen eigenen deutschen Pfarrer hatten, der wiederum aus der königlichen Kasse bezahlt wurde. Doch zur Bildung einer eigenen Gemeinde war es nie gekommen.
Mitte des 19. Jahrhunderts wandten sich deutsche Bewohner in Kristiania an den Leiter der Herrnhuter Brüdergemeine in Norwegen – ein deutscher Pfarrer namens Johann Heinrich Möhne – mit der Bitte, sonntags auch Gottesdienst in deutscher Sprache zu halten. Damit wurde eine Tradition in Gang gesetzt, die sich über 50 Jahre hielt. Die Gottesdienste fanden im Versammlungssaal der Brüdergemeine in der Nedre Slotsgate 15
statt und waren sehr gut besucht – von Deutschen und Norwegern. Auch seelsorgerliche und diakonische Aufgaben an Deutschen wurden im Laufe der Zeit verstärkt an den Herrnhuter Prediger herangetragen, so dass er in der Bevölkerung bald ganz selbstverständlich als “der deutsche Pfarrer in Oslo” galt. Als 1902 die Herrnhuter Station in Norwegen wegen Mitgliedermangels und Finanzierungsschwierigkeiten aufgehoben werden musste, entfielen damit auch alle deutschsprachigen pfarramtlichen Tätigkeiten bis auf weiteres.
1908 wurde ein erneuter Vorstoß gewagt. Der deutsche Gesandte im 1905 selbständig gewordenen Norwegen, G. von Treutler, war betroffen von den sozialen Gegensätzen unter den in Oslo lebenden Deutschen, die in unterschiedlichen, zum Teil verfeindeten deutschen Vereinen organisiert waren. Er suchte nach einem alle verbindenden Element und fand es in der Idee einer deutschen evangelischen Auslandsgemeinde. Im Frühjahr 1908 sammelte er die Vorsitzenden der verschiedenen deutschen Vereine, u.a. von der Deutschen Gesellschaft, dem Deutschen Verein, dem Gesangverein “Loreley” und dem Deutschen Enthaltsamkeitsverein.
Aufgabe des Ausschusses war es zum einen zu klären, wie groß unter der deutschen Bevölkerung in Oslo der Bedarf nach einer eigenen Gemeinde war, zum anderen die Finanzierung eines eigenen Pfarrers abzusichern. Vier gut besuchte deutschsprachige Gottesdienste in den Sommermonaten zeigten, dass das Interesse an einer Gemeindebildung durchaus vorhanden, ja groß war. Auch war es in nur wenigen Wochen möglich, einen Teil der Finanzierung dadurch zu sichern, dass sich etwa 60 Personen bereit fanden, einen jährlichen festen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Zusätzlich wurde die Evangelische Kirche in Deutschland um Unterstützung gebeten. Der Oberkirchenrat in Berlin gewährte diesen Zuschuss unter der Bedingung, dass die neue Gemeinde der preussischen Landeskirche angeschlossen wurde.
Daraufhin wurde die Pfarrstelle in Deutschland ausgeschrieben. Es meldeten sich 29 Bewerber. Norwegen war ein beliebtes und durch die Sommerreisen des Kaisers bekanntes Land. Zudem herrschte in den deutschen Landeskirchen Theologenüberschuss. Am 22. November 1908 erfolgte die Gründungsversammlung der Gemeinde, bei der der Kirchenvorstand und der Pfarrer gewählt sowie die Gemeindeordnung festgelegt wurde. Die Pfarrerwahl
fiel auf den jungen Hilfsgeistlichen Victor Hermann Günther aus Auerbach in Sachsen.
In der Bibliothek unseres Gemeindehauses hängt ein Bild jenes ersten Pfarrers der Gemeinde, entstanden in sehr viel späterer Zeit, sowie ein Bild seiner ersten Frau, Dorothea Günther. Im Keller fand sich ein Notizbuch des Pfarrers, in dem er alle Gottesdienste aus der Zeit 1909 -1920 handschriftlich festgehalten hat. Darin lautet der erste Eintrag:
24. Januar 09: Eröffnungsgottesdienst mit Feier des Geburtstages seiner Majestät des deutschen Kaisers. Lieder: Ein feste Burg ist unser Gott, und: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Thema: Vom Dienen. Predigttext: 1. Kor 9,19. Abkündigungen: Aufforderung zum Beitritt.
Nicht vermerkt ist leider, wo dieser erste Gottesdienst stattfand,
besaß die Gemeinde doch keine eigene Kirche. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass bereits da das lutherische Missionshaus in der Akersgate Gottesdienstort war, das über Jahrzehnte hindurch das Zuhause der deutschen Gemeinde sein sollte.
Schon bald nach Gründung der deutschen Gemeinde im Jahr 1908/09 kam der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf, denn ohne eigenes Gotteshaus schien vielen eine Gemeinde nichts zu gelten. Doch woher Geld und Grundstück nehmen?
Ein großer Basar im Jahre 1910 sollte zumindest den Grundstock für die Finanzierung sichern. Durch Vermittlung des deutschen Gesandten in Oslo, Herm von Treutler, der ja bereits an der Gemeindegründung maßgeblich beteiligt gewesen war, wurden deutsche Firmen, die deutschen Fürstenhäuser, ja selbst der deutsche Kaiser um Hilfe gebeten. Mit großer Resonanz. Nicht nur spendete der Kaiser höchstpersönlich die beträchtliche Summe von 20000 Reichsmark, auch beteiligten sich neben vielen Privatpersonen mehrere Firmen und auch Fürsten in Deutschland durch Gewinne oder Geldspenden an der Sammelaktion. Der Basar wurde ein großer Erfolg – sowohl finanziell als auch psychologisch (stärkte er doch das Selbstbewußtsein der jungen Gemeinde ungemein) und ging in die Gemeindeannalen ein als “der” Basar.
Auch die Bemühungen um ein geeignetes Baugrundstuck schienen zunächst rasch zum Erfolg zu führen. Die Stadt Oslo wurde um passende Angebote gefragt und zeigte sich sehr kooperativ. Doch den Vorstellungen der Gemeinde konnte sie nicht gerecht werden. Diese wollte natürlich möglichst kostengünstig und vor allem möglichst zentral gelegen zu einer eigenen Kirche kommen. So schlug sie gar das Angebot der Stadt, ihr ein Grundstück bei St. Hanshaugen zu schenken, aus. Der Kirchenvorstand hielt die Lage nicht für zentral genug (heute geht es fast nicht mehr zentraler und schöner in Oslo).
Der Ausbruch des 1. Weltkriegs verzögerte alle weiteren Baupläne. Es wurde zwar weiter Geld gesammelt, doch die Verhandlungen
mit der Stadt führten zu keinem konkreten Ergebnis. Schließlich machte die Wirtschaftskrise Anfang der 1920-er Jahre allen Ideen und Planen ein radikales Ende. Alle Gelder – bereits gezahlte und noch in Aussicht gestellte – fielen der Inflation zum Opfer.
So blieb die Gemeinde weiterhin Gast im Missionshaus in der Akersgate 72. Sie konnte von Glück sagen, dass ihr diese Möglichkeit offenstand. Das Missionshaus diente der Trefoldighets Gemeinde als Versammlungs- und Vortragssaal und war im Grunde für Gottesdienste nicht vorgesehen. Doch die Gemeindeglieder zeigten sich flexibel und improvisierfreudig. Sie zimmerten sich selbst einen Altar und räumten ihn nach jedem Gottesdienst zur Seite.
Aus den Anfangsjahren im Missionshaus stammt das Abendmahlsgerät, das wir bis heute noch benutzen; die Herrenhuter überließen es der Gemeinde bei der Niederlegung ihrer Station. Auch die beiden großen silbernen Altarleuchter, Geschenk einer Privatperson, stammen aus dieser Zeit. Eine von der Kaiserin gestiftete Altarbibel
mit kunstvollem Ledereinband ist leider vor einigen Jahren aus dem Gemeindehaus gestohlen worden.
Erst Ende der 1950-er Jahre nahm die Frage nach eigenen Räumlichkeiten wieder ganz konkrete Formen an. Das Missionshaus sollte abgerissen werden und die Gemeinde musste sich so zwangsläufig nach einer neuen Bleibe umsehen. Wieder stellte sich die dringliche Frage der Finanzierung eines eigenen Hauses oder gar einer eigenen Kirche. Der betagte Pastor Günther unternahm gemeinsam mit Schwester Grethe Knudsen seine berühmte “Bettelreise” durch die Bundesrepublik und erbettelte bei Firmen und Vereinen, bei Banken und Stiftungen einen Betrag von knapp 150 000 NOK. Zusammengerechnet mit einer großzügigen privaten Stiftung aus den 50-er Jahren hatte man nun einen soliden Grundbetrag zur Verfügung. Als am 26.10.1959 in der Tageszeitung “Aftenposten” diese Anzeige erschien: Solid og velholdt murvilla til salgs i Eilert Sundtsgate (Solide und gut erhaltene gemauerte Villa in der Eilert Sundt gate zu verkaufen), wurde der Gemeindekirchenrat aktiv. Zwei Monate später konnte der Kaufvertrag abgeschlossen werden.
Doch bis zum Einzug ins eigene Haus sollten noch fast 4 Jahre ins Land gehen. Denn die Räume erforderten einen grundlegenden Umbau, um für Gemeindezwecke
nutzbar zu sein. In der Übergangszeit fanden die Gottesdienste in der Uranienborgkirche start. Anfang Oktober 1964 schließlich konnten die neuen Räumlichkeiten in Gebrauch genommen werden. In der Einladung zur Einweihungsfeier schrieb der damalige Pfarrer Graf zu Lynar:
Möge unser Gemeindehaus eine Stätte zum Lobe Gottes und der Liebe Christi werden, Heimstatt und Zuflucht und nicht zuletzt ein Ort der Begegnung zwischen Alten und Jungen, Erprobtem und Neuem, Zentrum einer lebendigen Gemeinde, in der niemand fremd und einsam bleiben soll.
Nach ihrer Gründung im Jahre 1908/09 blieb der jungen deutschen Gemeinde in Norwegen wenig Zeit, sich in Ruhe zu etablieren. 1914 brach der 1. Weltkrieg aus. Damit standen das Selbstverständnis und die Zielsetzung der Gemeinde unerwartet und radikal zur Diskussion: Wie konnte man in einem neutralen Land deutsche Gemeinde sein, wo doch der Krieg von deutschem Boden ausging?
Pastor Günther schrieb 1959 rückblickend: Beabsichtigt und geplant haben wir in jenen Kriegszeiten nichts. Wir wurden in Aufgaben und Anforderungen hineingerissen und kamen – insbesondere anfangs – gar nicht recht zur Besinnung. Aufgaben, die sich der Gemeinde ganz von allein erschlossen, lagen vor allem auf dem praktischen und dem seelsorgerlichen Gebiet. Dabei stand an erster Stelle die finanzielle Unterstützung von Familien, deren Männer zum Kriegsdienst nach Deutschland einberufen wurden und die von einem Tag zum anderen ohne Verdienst dastanden. Diese Arbeit geschah in enger Zusammenarbeit mit dem “Deutschen Hülfsverein” und dem ,”Allgemeinen Frauenverein”. Im Laufe der Jahre verschickte die Gemeinde vermehrt ,”Liebesgaben” auch nach Deutschland selbst, um Notleidende dort zu unterstützen.
Dem Pfarrer selbst stellte sich sehr bald noch eine ganz neue Aufgabe: Im Trondheimsfjord wurde die “Berlin” interniert, ein deutsches Kriegsschiff mit 450 Besatzungsmitgliedern. Pastor Günther übernahm die geistliche Begleitung der auf dem Schiff festgehaltenen Menschen, indem er sie fast vier Jahre lang regelmäßig besuchte. – Auch die Betreuung deutscher Kriegsgefangener, die aus Russland nach Norwegen verlegt wurden, fiel in seinen Aufgabenbereich. Zwei Gefangenenlager befanden sich im Valdres (Gebirgsgegend in Südnorwegen) und bei Flisa an der schwedischen Grenze. Da diese reise- und zeitintensive Arbeit die Kapazitäten einer einzelnen Person auf Dauer überschritt, waren Überlegungen im Gange, einen zweiten Pfarrer nach Norwegen zu entsenden. Mit dem Kriegsende und der allmählichen Auflösung der Internierungslager aber erledigte sich diese Frage.
In die Kriegsjahre fiel auch die Gründung einer eigenen Gemeindezeitung. Ziel war es, deutschsprachige Menschen in ganz Norwegen zu erreichen und miteinander in Kontakt zu bringen. “Der evangelische Gemeindebote aus Kristiania” erschien erstmals Ostern 1915. Unter wechselndem Namen erreichte er in seinen besten Jahren eine Auflage von 1500 Exemplaren. Er wurde regelmäßig mit 10 Ausgaben pro Jahr publiziert, zuletzt im Mai 1945.
Die Nachkriegsjahre waren Jahre der inneren Festigung. Die Mitgliederzahl stieg und auch die Jahresbeiträge gingen in die Höhe. 1920 war die Gemeinde das einzige Mal in ihrer Geschichte finanziell unabhängig von der Ev. Kirche in Deutschland. Doch die Wirtschaftskrise machte dieser erfreulichen Tatsache rasch ein Ende: Die wirtschaftliche Lage auch in Norwegen wurde immer schlechter. Manche Gemeindeglieder zogen nach Deutschland zurück oder wanderten anderswohin aus. Zugleich sperrte Norwegen nach und nach die Grenzen für Ausländer, die nicht unentbehrlich für die Industrie waren. So kam es immer seltener zum Zuzug neuer Familien.
Diese schwierige Situation führte zu einem stärkeren Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Gottesdienste waren weiterhin gut besucht, und die berühmten Familienabende erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Diese Abende dienten vor allem dem sozialen Kontakt und hatten in dieser Hinsicht eine integrative Funktion: Deutsche aller Klassen und Verbände kamen in der Gemeinde unter einem Dach zusammen. Dass es dann unter der Federführung des Pfarrers möglich wurde, alle deutschen Vereine in einem Dachverband zu sammeln (dem ZDK – Zusammenschluss aller Deutschen in Kristiania), ist nicht zuletzt den Gemeindeabenden zu verdanken.
1934 feierte die Gemeinde ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest im lutherischen Missionshaus und im Saal vom Osloer Handelsstand. Die Liste der Gäste war lang, der deutsche Pfarrer aus Kopenhagen sagte in seiner Grußrede, es sei ,,erstaunlich zu sehen, welchen Platz die deutsche evangelische Gemeinde und insbesondere ihr Pfarrer sich in diesem kurzen Vierteljahrhundert in den Herzen und in der öffentlichen Meinung des norwegischen Gastvolkes und der norwegischen lutherischen Bruderkirche erobert hat.”
Der 2. Weltkrieg und die Besetzung Norwegens durch deutsches Militär im Apil 1940 bedeutete für die deutsche evangelische Gemeinde einen gewaltigen Einschnitt. Seit Hitlers Machtergreifung hatte die nationalsozialistische Ideologie zum Teil auch Eingang in die deutschen Vereine und Gruppen im Ausland gefunden und dort zu heftigen Auseinandersetzungen geführt. So sah sich die Gemeinde in Oslo mit der Forderung konfrontiert, während der Gottesdienste im Missionshaus draußen vor der Tür die Hakenkreuzflagge zu hissen. Doch der Gemeindekirchenrat lehnte dies ab und benutzte stattdessen die in Deutschland soeben eingeführte Kirchenflagge mit lila Kreuz auf weissem Grund. Das hatte u.a. den Austritt eines Kirchenältesten aus dem Gemeindekirchenrat zur Folge.
Bereits 1936 forderte das Kirchliche Außenamt in Deutschland die vorzeitige Pensionierung von Pfarrer Günther, da seine Frau Dorothea jüdischer Abstammung war. Zudem galt der Pfarrer als unbequem, da er am Zusammenschluß aller deutschen Vereine in Oslo mitgewirkt hatte, die sich der Gleichschaltung durch die Partei widersetzten. Durch Vermittlung der norwegischen Behörden konnte jedoch erreicht werden, dass der Pfarrer – wenn auch offiziell “pensioniert” – in Oslo blieb, um dort neue Aufgaben zu übernehmen. Nach seiner Ablösung durch den Nachfolger, Pfarrer Helmut Schieck, im Januar 1940 wurde Hermann Günther Verbindungsbeauftragter zwischen der deutschen Zivilverwaltung und der norwegischen Kirchenfront gegen die Okkupationsmacht. In dieser einzigartigen Stellung war es ihm möglich, als Sprachrohr der Norweger Kritik am Besatzungsalltag zu äußern; dabei habe er (so heiß es in der Gemeindegeschichte) “kein Blatt vor den Mund genommen” und so manche Härte mildern können.
Der neue, von der Gemeinde selbst
gewählte Pfarrer Helmut Schieck trat keine leichte Aufgabe an. Er war nicht Parteimitglied und stand den Nazis skeptisch gegenüber. Doch war er offizieller Vertreter der deutschen Kirchenbehörde. Es gelang ihm, auf dem schmalen Grat zwischen Anpassung und Verbot das Gemeindeleben aufrechtzuerhalten. Nach Kriegsende musste er wie alle Deutschen, die nach 1933 ins Land gekommen waren, Norwegen verlassen. – Mit dem Ende des Krieges hörte die Gemeinde faktisch auf zu existieren. Ihr Eigentum wurde vom norwegischen Staat beschlagnahmt, Deutsch sprechen und Deutsch sein waren nicht mehr möglich. Der damalige Bischof von Oslo riet darum den verbliebenen Gemeindegliedern, “ins Winterlager zu gehen”.
Der Pfarrer bat um Besuchserlaubnis bei den deutschen Inhaftierten, die zunächst auf der Festung Akershus, später in anderen Gefängnissen in und außrhalb Oslos einsaßn. Die Behörden brachten ihm ein hohes Maßan Vertrauen entgegen und gewährten ihm in seiner seelsorgerlichen Arbeit eine erstaunliche Selbständigkeit. – Norwegen war das erste Land, das alle Gefangenen, auch die zum Tode oder zu lebenslanger Haft Verurteilten, begnadigte und nach Hause entließ Die letzten verließen Norwegen 1953.
Der Gemeindekirchenrat bestand im Sommer 1945 noch aus drei Personen, alle drei Norweger deutscher Abstammung. Sie bemühten sich mit unglaublichem Einsatz darum, die völlige Auflösung der Gemeinde zu verhindern und ihren Wiederaufbau vorzubereiten. Es gelang ihnen vor allem, die Rückgabe des beschlagnahmten Gemeindeeigentums zu erwirken. Aus der Norwegischen Kirche kamen klare Signale: Ihr müsst keinesfalls weggehen und aufgeben. Wir brauchen euch als Bindeglied zwischen unseren beiden Kirchen und Völkern.
Im Sommer 1947 wurde zum ersten Mal nach dem Krieg wieder ein Gottesdienst gehalten. Man bat einen deutschen Pfarrer, der in Oslo eine internationale Jugendkonferenz besuchte, um die Predigt. Im Herbst desselben Jahres wurde Pfr. Günther erneut in die Pfarrstelle der Gemeinde gewählt. Damit war der Grundstein zur allmählichen Neukonsolidierung der Gemeinde gelegt.
Das größte Problem der Wiederaufbaujahre stellten die Finanzen dar. Die vergleichsweise wenigen Mitglieder waren außerstande, das Gehalt des Pfarrers und andere notwendige ,,Posten” alleine zu finanzieren. Aus dieser schwierigen Lage rettete die Gemeinde eine Patenschaft: Die Hansestadt Lübeck erklärte sich für die Frist von 5 Jahren zur Zahlung eines festen Geldbetrages bereit. Doch ohne den Zusammenhalt und den festen Willen der Gemeindeglieder, auch nach dem Krieg deutschsprachige Kirche in Norwegen zu sein, wäre der Gemeinde wohl kaum eine Zukunft beschieden gewesen. Viele Dienste geschahen im Stillen und bildeten gerade so die Seele der Gemeinde. Auch das Wohlwollen und die Solidaritat der Norwegischen Kirche in diesen Jahren waren eine wichtige, unverzichtbare Hilfe.
1955 wird Pfarrer Graf zu Lynar als dritter Pfarrer in der Geschichte der Deutschen Gemeinde in sein Amt eingeführt.
1957 Findet die erste Andacht auf dem deutschen Soldatenfriedhof Alfaset statt, anlässlich eines Besuches des “Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge”. In diesem Jahr wird auch der erste deutsche Gottesdienst in Bergen nach dem Krieg gefeiert.
1958 spendet der Bundeskanzler Dr. K. Adenauer der Gemeinde 5000 DM für den Bau einer Kirche.
1959 feiert die Gemeinde ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche. In diesem Jahr findet auch in Trondheim zum ersten Mal nach dem Krieg ein deutscher Gottesdienst statt.
Aus dem Jahresbericht 1961 stammt das Zitat: “Anders als in der Nachkriegszeit ist es kein Wagnis mehr, sich zum Deutschtum zu bekennen und Gemeindemitglied zu werden.”
Im Jahr 1963 beginnen die Umbauarbeiten im Haus Eilert Sundtsgate. Ein Jahr später wird das neue Gemeindehaus eingeweiht.
1965 wird Martin Helmer zum neuen Pfarrer der Gemeinde gewählt, 1968 Stefan Riemenschneider. 1971 findet in Kristiansand der erste deutschsprachige Gottesdienst in neuerer Zeit statt.
1974 wird Klaus Bathke Pfarrer der Deutschen Gemeinde,
1978 Gerhard Heilmann.
Ein Jahr später findet auch in Stavanger ein deutschsprachiger Gottesdienst statt.
1980 eröffnet in den Kellerräumen des Gemeindehauses die Deutsche Schule Oslo.
Im Erntedankgottesdienst desselben Jahres werden die neuen bunten Kirchenfenster im Gemeindehaus eingeweiht.
1981 findet am Volkstrauertag erstmals auch eine Gedenkfeier am Mahnmal in Grini (in Grini befand sich das deutsche Konzentrationslager) statt.
1990 ändert die Gemeinde ihren Namen in “Ev. Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen”, um eine größere ökumenische Offenheit zu signalisieren.
1993 wird das Pfarrehepaar Hanna und Heiner Mausehund auf die Pfarrstelle der Ev. Gemeinde deutscher Sprache gewählt.
Von August 2000 an hat das Pfarrehepaar Dagmar und Manfred Jetter die Stelle inne.
Seit Sommer 2006 ist Friedbert Baur Pfarrer der Ev. Gemeinde deutscher Sprache in Norwegen.
Veröffentlicht am 18.09.2008